Chronik

Kurz nach dem ersten Weltkrieg entdeckten auch zahlreiche Eschenauer Burschen den Fußballsport für sich. Vorerst noch unorganisiert in den Jahren 1919 bis 1923, als es in den umliegenden Ortschaften Forth, Heroldsberg, Gräfenberg und Neunkirchen bereits Fußballvereine gab und im nahen Nürnberg der 1.FCN seine ersten Deutschen Meisterschaften feiern konnte. Am 1. Oktober 1927 schließlich war es soweit: Mit einer offiziellen Gründungsversammlung wurde der FC Eschenau von 30 jungen Männern gegründet, deren Familiennamen vielfach auch heute noch in der Mitgliederkartei des Vereins und in den Mannschaftsaufstellungen der Fußballteams auftauchen:

Georg Ittner (1. Vorsitzender) Georg Sperber Hans Merz
Anton Ertl (2. Vorsitzender) Hans Stippler Leo Maußner
Jean Ziegler (Kassier) Willi Neuner Michael Sedlmayer
Richard Schmidt (Säckelwart) Georg Weidinger Fritz Dornauer
Willi Weidinger (Schriftführer) Konrad Liebel Lorenz Rauh
Fritz Städtler (Beisitzer) Fritz List Hans Schmidt
Hans Landgraf (Beisitzer) Hans Loos Karl Stolz
Karl Maußner (Beisitzer) Fritz Schnepf Georg Merz
Heinrich Rauh (Beisitzer) Fritz Schönhöfer Luitpold Maußner
Rudolf Voigt Michael Schilling Michael Weidinger

Schon damals beschränkten sich die Aktivitäten nicht allein auf den sportlichen Bereich - die Pflege eines geselligen Vereinslebens gehörte ebenso dazu wie eine gesellschaftlich verbindende Funktion im Leben der Gemeinde. Schon früh fanden Vereinsbälle statt. In einem Protokoll von 1929 ist dazu festgehalten:

"Der am 17.11. abgehaltene Vereinsball fiel in jeder Beziehung großartig aus. Hier haben die Leute des Clubs das beste Lob und den größten Sieg seit Vereinsbestehen geholt. Musterhaft war die Ballordnung, wunderschön der Saalschmuck, hinreißend die Musik, vorbildlich das Verhalten der jungen Leute gegenüber den älteren, die beste Freude bereitet der Kassenüberschuss von 70 Mark."

Doch es herrschte nicht nur eitel Sonnenschein. Es gab in dieser Zeit auch reichlich Spannungen mit dem bereits seit 1860 bestehenden Turnverein Eschenau, berichtet die Chronik zum 60-jährigen Jubiläum. Dort gab es ebenfalls Mitglieder, die Interesse am Fußballspielen hatten. In diesem Nachbarverein sah man beim FCE den großen Rivalen; Spieler, die auch dort aktiv waren, sollten vom FCE ausgeschlossen werden. Doch auch ansonsten waren die Zeiten unruhig: Bis 1930 war bereits der vierte Sportplatz gepachtet, das Vereinslokal mehrfach gewechselt worden, und auch in der Vorstandschaft gab es mehrere Revirements. Für ein Highlight jener Zeit sorgte ein Gast aus Berlin: Hanne Sobeck, Berliner Fußball-Legende jener Jahre, ein Nationalspieler, machte in Eschenau Station, als er nach Stuttgart unterwegs war. Beim Hüttenwirt, dem damaligen Vereinslokal, nahm Sobeck an einer der monatlich stattfindenden FCE-Sitzungen teil.

Die ersten Jahre mit Punktspielbetrieb verliefen nicht übermäßig erfolgreich, und es tröstete wenig, dass auch die Konkurrenz vom TV 1860 Eschenau - mit dem man das Kriegsbeil dann vorübergehend doch begraben hatte, nicht besser da stand. 1935/36 kam der Spielbetrieb für einige Zeit zum Erliegen. Die Vereine waren damals schon vom NS-Regime gleichgeschaltet worden, wie es ein Protokoll vom 30. Juni 1933 belegt. Eineinhalb Jahre später wurde beim FCE über eine Vereinsauflösung nachgedacht, diese allerdings nicht realisiert, wie ebenfalls protokollarisch dokumentiert ist. Der Streit zwischen FC und TV lebte wieder auf: Man stritt um den Sportplatz, der damals am Gerichtsweiher lag. Vier Jahre dauerte die Spielpause, ehe man die erste Mannschaft in der Gruppe 7 des Fußballkreises Nürnberg mitspielen ließ. Bis 1941 fanden regelmäßig Spiele statt, bei denen häufig Jugendspieler die "Erste" verstärkten, ehe auch in Eschenau der Fußball dem Krieg Tribut zollen musste und praktisch nicht mehr stattfand.

Bereits fünf Monate nach Kriegsende wurde der FCE wieder belebt. Beim "Hüttenwirt" wurde im Oktober 1945 das Vereinsleben unter dem 1. Vorsitzenden Hans Braun und seinem Vize Richard Schmidt reaktiviert. Fußball war in der damaligen, nicht-motorisierten Zeit oft die einzige Abwechslung vom Wiederaufbau. Am 28. November 1948, so ist überliefert, kamen 1000 Zuschauer, als sich der FCE und der ASV Forth im Lokalderby gegenüberstanden, wobei die Eschenauer allerdings den Kürzeren zogen. Dennoch ging es aufwärts: Am 20. Februar 1946 zählte der Verein 77 Mitglieder, sein Vermögen belief sich auf 980 Reichsmark. Dieser Grundstock wurde allerdings schon wenige Tage später von der Gemeinde um 500 Reichsmark aufgestockt, verbunden mit der Aufforderung, "der Jugend in ihrem freudlosen Dasein einige heitere Stunden" zu bereiten. 1949 hatte der FCE bereits 171 Mitglieder, darunter 27 Jugendliche, der Kassenbestand betrug nach der Währungsreform 184 D-Mark.

Auch sportlich ging es seinerzeit aufwärts in Eschenau: 1950 stieg man in die B-Klasse Nürnberg auf, in der man sich zwei Jahre halten konnte. Vor allem aber die Jugendarbeit florierte damals, sechs Meisterschaften konnten in den 50er Jahren eingefahren werden. Und lebendiger Beweis für die Qualität der Nachwuchsförderung war Fritz Loos, der auch höherklassig mithalten konnte: von 1958 bis 1961 bei der SpVgg Fürth, anschließend beim 1. FC Nürnberg in dessen Oberligamannschaft. Auf größere Erfolge mussten die Eschenauer Kicker allerdings dann länger warten: 1963 gelang der Aufstieg in die B-Klasse Erlangen-Forchheim, wo man sich allerdings nur bis 1966 halten konnte. Erst 1977 gelang es wieder, eine Klasse höher spielen zu können: Ab dem dritten Spieltag lag der FCE in der Saison 1976/77 auf Rang 1, um sich mit einem 3:3-Sieg gegen den FC Stöckach am vorletzten Spieltag Meisterschaft und Aufstieg zu sichern.

So sehr man sich in Eschenau, seit der Gebietsreform 1972 ein Ortsteil von Eckental, darüber freute - die Fußballer waren längst nicht mehr die einzige Abteilung des rasant gewachsenen Vereins. Bereits 1957 wurde nicht zuletzt durch das Engagement von Konrad Biemann eine später überaus erfolgreiche Tischtennisabteilung gegründet, deren Aktive es mit diversen Teams bis in höhere Klassen, bis in die Oberliga, schafften. Auch heute ist die Nachwuchsarbeit im Tischtennisbereich vorbildhaft und Basis für zahlreiche Titelgewinne.

Längst waren auch die Streitigkeiten mit dem Nachbarverein am Ort Vergangenheit. Die Fusionsverhandlungen gestalteten sich zwar schwierig und zogen sich lange hin, doch 1969 war der Zusammenschluss von FCE und TV 1860 schließlich vollzogen - vielen jüngeren Mitgliedern dürfte die Existenz zweier Vereine in Eschenau heute nicht mehr geläufig sein. 300 Mitglieder waren damals registriert, darunter auch die Mitglieder der Leichtathletikabteilung, die 1967 noch im TV 1860 entstanden war und die Sparten Turnen und Gymnastik ergänzte.

Es waren vor allem die Leichtathleten, die Eschenau und Eckental weit über die Grenzen Mittelfrankens und auch Bayerns hinaus bekannt machten: Unter Anleitung von Erwin Winter wuchsen vor allem in den 70er und 80er Jahren vor den Toren Nürnbergs zahlreiche Talente heran, die zunächst für die eigens gegründete LAG Lauf/Eschenau bei zahllosen Wettbewerben an den Start gingen. Aus der LAG ging dann die heutige LG Eckental hervor. Vor allem die Speerwerfer sorgten für exzellente Platzierungen: ein Europameistertitel, 21 Deutsche Meisterschaften, eben so viele Deutsche Vizemeister-Titel sowie eine dreistellige Zahl von Bayerischen Titeln sind im Laufe der Jahrzehnte zusammengekommen.

Hatten bis 1967 die Männer bei den sportlichen Aktivitäten im Verein dominiert, so taten ihnen dies in der Folgezeit immer mehr Frauen gleich. Ab 1967 ist Trude Stief als Übungsleiterin für Frauengymnastik aktiv, im Jahr darauf entstand die Tanzgruppe, die auch über die Ortsgrenzen hinaus Bekanntheit erlangte. Der Breitensport gewann in den folgenden Jahren immer mehr an Bedeutung: So waren in der Leichtathletikabteilung 1974 über 100 Kinder aktiv, zu deren Betreuung Erwin Winter seinerzeit Marianne Wendler in die Abteilung holte, unter deren Regie das Kinderturnen immer weiter wuchs. 602 Mitglieder konnte der FCE 1972 vermelden, die magische Zahl von 1000 wurde 1977 überschritten. In jenem Jahr feierte man 50-jähriges Bestehen und die Gründung der Tennisabteilung. Mehr als die Hälfte der Vereinsmitglieder sind heute Kinder und Jugendliche - die Nachwuchspflege in allen Abteilungen ist vorbildlich (und wird sowohl auf Gemeinde- als auch auf überörtlicher Ebene wohlwollend wahrgenommen, schließlich erfüllt sie eine wichtige soziale Aufgabe) - wie auch die Tatsache, dass die meisten der Übungsleiter aus dem eigenen Verein hervorgegangen sind (auch wenn sich die Suche heute nicht immer einfach gestaltet) und diese Aufgabe meist sehr lange wahrnehmen.

Seitdem der FC Eschenau sein 60-jähriges Bestehen feierte hat sich das Vereinsleben in gewohnter Kontinuität weiterentwickelt. Nicht zuletzt dank der Sport-Angebote haben sich viele der neu zugezogenen Familien gut in Eschenau integriert. Die großen Feste, vor allem auch für die Kinder- und Jugendabteilungen, erfreuen sich regen Zulaufs. Das Sportgelände ist überholt worden, vor allem aber: Der 1999 beschlossene Bau eines neuen Vereinsheims wurde vollendet. Der Verein steht auf einem gesunden finanziellen Fundament. Die Führungskrise eines der größten Sportvereine im Landkreis Erlangen-Höchstadt mit damals 1560 Mitgliedern, die 1993 sogar die Presse beschäftigte, ist längst Vergangenheit. Ebenso der zweijährige Wechsel der Fußballabteilung vom Kreis Erlangen-Forchheim in den Pegnitzgrund.

Nach der Rückkehr in die angestammten Gefilde und einem anschließenden Auf und Ab zwischen A-Klasse und Kreisklasse gelang 2005 der umjubelte Wiederaufstieg der ersten Mannschaft in die Kreisklasse. Gleichzeitig sind in der Fußball-Abteilung zahlreiche Jugendmannschaften erfolgreich dabei, das fußballerische Handwerkszeug zu erlernen, wobei sie immer wieder Erfolge auf Kreisebene vermelden können und die Hoffnung auf eine positive Zukunft der Fußballer des FCE nähren. Überhaupt floriert die Jugend- und Kinderarbeit des Vereins quer durch die Abteilungen, wobei die Aktivitäten mit gemeinsamen Festen und Fahrten weit über die rein sportliche Betätigung hinaus reichen und eine wichtige Rolle im Leben des Eckentaler Ortsteils spielen.